4301 - Recht auf Stadt DE
Recht auf Stadt
Stadtplanung ruft immer auch Protest auf den Plan: Soziale Bewegungen und herrschaftskritische Gruppen erheben in Berlin, wie in anderen Städten auch, ihre Stimmen gegen politische Entscheidungen. Sie fragen danach, was eine gerechte Stadt ausmacht. Wer meldet Deutungsansprüche an, wer wird davon ausgegrenzt? Widerstand wird so zu einer wesentlichen Kraft im Stadtwandel. Immer wieder haben Berliner Bürger*innen aktiv für ihr Recht auf Stadt* gestritten, wodurch ungeahnte oder bislang ungenutzte Freiräume im öffentlichen Raum entstanden. Die Geschichte von Berlin-Mitte lässt sich auch lesen als eine Geschichte des Aufbegehrens lesen.* Recht auf Stadt
Der französische Soziologe Henri Lefebvre prägte 1968 den Begriff Recht auf Stadt. In seinem gleichnamigen Buch forderte er das Anrecht jedes und jeder Einzelnen auf Mitgestaltung des städtischen Raums.