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Der 1711 in Berlin geborene Kupferstecher Johann Daniel Schleuen fertigte vor allem Stadtpläne und Ansichten der Stadt Berlin. Seine Drucke bilden historische Ereignisse und damalige Sehenswürdigkeiten der Stadt ab, darunter auch den Gesundbrunnen bei Berlin. Die Bilder fungierten im Sinne einer Bestätigung des Königs, indem sie die gute Infrastruktur der Residenzstadt betonen. Man sollte sehen, wie vielfältig und konkurrenzfähig Berlin war.

 

Johann Daniel Schleuen, Prospect des Gesundbrunnens bei Berlin

Kupferstich, um 1760

Erworben im Kunsthandel 1999

Der Gesundbrunnen lag vor den Toren der Residenzstadt Berlin. Als hier ein höfischer und bürgerlicher Erholungsort geplant wurde, besaß dieser Siedlungskern noch keine städtische Struktur. Nur die Badstraße verband die beiden Welten.

 

Plan von der Gegend um den Gesundbrunnen bey Berlin Lavierte Federzeichnung, ca. 1760

Übernommen aus dem Kirchenarchiv St. Paul

Innenansicht des Quellenhauses von 1809 in der Badstraße 38, vor 1908

Historische fotografische Reproduktion nach einer Vorlage im Besitz von Paul Hugo, angefertigt 1930 als Teil einer Innenraumgestaltung im Rathaus Wedding

 

Die Fotografie zeigt das Innere des Quellenhauses in seiner Ausgestaltung als Luisenbad vor dem Abriss 1908. Die Quelle ist als Grotte inszeniert. Angelehnt an alte Traditionen wurde sie überhöht und mit einer Sage verbunden: Der erste preußische König Friedrich I. habe im Jahr seiner Krönung 1701 die Heilkraft der Quelle am eigenen Leib erfahren. Auf diese konstruierte Erzählung bezog sich der erste Betreiber des Gesundbrunnens. Nur so konnte dem Wasser eine Wertigkeit zukommen. Diese Geschichte ist im Bild an der Innenwand des Quellenhauses zu lesen.