3005 DE
Porzellanobjekte in der Sammlung des Mitte Museums
Der Porzellan- und Keramikbestand umfasst mehr als 6000 Objekte. Schwerpunkte bilden Alltagsgeschirr und Elektroporzellan. Der größte Teil geht auf das Heimatmuseum Tiergarten zurück und wurde vom damaligen Museumsleiter Bernd Hildebrandt angelegt. Eine eigene Gruppe stellt Elektroporzellan der Firma H. Schomburg & Söhne dar. Eine Ausstellung mit Katalog holte 1996 die hochspezialisierte Produktion dieser vergessenen Manufaktur wieder ins Bewusstein. Objekte der Gruppe des Alltagsgeschirrs machen eine spezifische Qualität der Sammlung des Mitte Museums aus. Sie weisen deutliche Gebrauchspuren auf. Gerade darin liegt ihre Aussagekraft und Wertigkeit. Es sind Zeugnisse der Alltagskultur der Großstadt Berlin mit ihren - auch in der Vergangenheit - vielfältigen sozialen Milieus. Sie machen das Alleinstellungsmerkmal dieses Bestands aus.
Weißes Gold aus Moabit
Standort der Berliner Porzellanindustrie 1832-1903
Mit der Niederlassung der ersten privaten Porzellanfabrik von F. A. Schumann 1832 in Berlin-Moabit wurde der Anfang für das dortige Porzellanquartier gesetzt. Die Firmen H. Schomburg & Söhne und L. H. A. Schmidt folgten. Überaus günstig für den Waren- und Rohstoffverkehr war die Lage am Spreebogen. Innerhalb des Gebiets herrschte eine Konzentration von Facharbeitern der Branche, die einen regen Austausch ermöglichte. 1872 zog die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) in die Nähe. Bis heute hat sie diesen Standort behalten und als einzige Firma die anderen überdauert.